
SPD Messel: Aus Leerstand muss neuer bezahlbarer Wohnraum werden
SPD-Fraktion stellt Anfrage zur gemeindeeigenen Liegenschaft Kohlweg 5 –
Entwicklungspotenzial des Grundstücks soll geprüft werden.
Die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung Messel will Klarheit über die Zukunft der
gemeindeeigenen Liegenschaft Kohlweg 5. Eine entsprechende Anfrage wurde dem
Gemeindevorstand und Bürgermeister Thorsten Buhrmester bereits zugeleitet. Im Mittelpunkt
stehen der derzeitige Leerstand, der bauliche Zustand der vorhandenen Wohnungen und
insbesondere die Frage, welches Entwicklungspotenzial das Grundstück für zusätzlichen
bezahlbaren Wohnraum bietet.
„Wir sollten uns nicht damit zufriedengeben, dass eine gemeindeeigene Wohnimmobilie über
längere Zeit leer steht. Wir wollen wissen, seit wann die Liegenschaft vollständig entmietet ist,
welche Maßnahmen bislang unternommen wurden und vor allem, welche Perspektive der
Gemeindevorstand für dieses Grundstück sieht“, erklärt die SPD-Fraktion.
Nach Auffassung der SPD sollte dabei nicht ausschließlich über eine Sanierung des
vorhandenen Gebäudebestands gesprochen werden. Aufgrund der Größe des Grundstücks
müsse auch ergebnisoffen geprüft werden, ob ein Abriss und eine anschließende Neubebauung
mit einer besseren Ausnutzung der vorhandenen Fläche die wirtschaftlich und städtebaulich
sinnvollere Lösung sein könnte.
Ziel müsse es sein, zusätzlichen und vor allem bezahlbaren Wohnraum in Messel zu schaffen.
Denkbar sei beispielsweise die Errichtung mehrerer kleinerer Wohnungen, insbesondere für
Singles, Paare oder Alleinerziehende. Welche Zahl an Wohneinheiten tatsächlich realisierbar ist,
müsse allerdings zunächst unter baurechtlichen, städtebaulichen und wirtschaftlichen
Gesichtspunkten geprüft werden.
Die SPD-Fraktion regt zugleich an, bei einer möglichen Neuentwicklung auch neue
Umsetzungsmodelle zu untersuchen. So könnte beispielsweise eine Zusammenarbeit der
Gemeinde mit Projektentwicklern, Wohnungsbaugesellschaften oder Bauunternehmen geprüft
werden. Ziel sollte sein, einen Teil des entstehenden Wohnraums dauerhaft in gemeindlicher
Hand zu behalten und zu sozial verträglichen Konditionen vermieten zu können.
Dabei sieht die SPD einen weiteren wichtigen Ansatz: Gemeindeeigener bezahlbarer Wohnraum
könnte künftig auch bei der Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte helfen. Gerade bei
Erzieherinnen und Erziehern für die gemeindlichen Kinderbetreuungseinrichtungen steht Messel
im Wettbewerb mit zahlreichen anderen Kommunen und Arbeitgebern.
„Wenn wir Fachkräfte für Messel gewinnen wollen, müssen wir auch darüber nachdenken, was
wir ihnen neben einem attraktiven Arbeitsplatz anbieten können. Bezahlbarer Wohnraum kann
dabei ein ganz konkreter Standortvorteil sein. Gleichzeitig könnten entsprechende Wohnungen
auch Alleinerziehenden, Menschen mit geringerem Einkommen oder anderen Personengruppen
mit besonderem Wohnraumbedarf zugutekommen.“
Für die SPD geht es deshalb beim Kohlweg 5 um mehr als die Zukunft eines einzelnen
Gebäudes. Die Liegenschaft könne beispielhaft dafür stehen, wie die Gemeinde mit eigenem
Grund und Boden aktiv Wohnungspolitik betreiben könne.
„Gemeindeeigene Grundstücke sind eine Chance, selbst zu gestalten. Deshalb wollen wir
jetzt wissen, welche Möglichkeiten am Kohlweg 5 tatsächlich bestehen. Aus Leerstand
sollte wieder Lebensraum werden – und möglichst mehr Wohnraum, als dort heute
vorhanden ist.“
Die SPD-Fraktion erwartet nun Antworten des Gemeindevorstandes und will auf dieser Grundlage über weitere politische Schritte beraten.